Hamburg – 7. Außenalster Ultramarathon am 19.03.2011 – Bericht von Christian Hottas

Nach jahrelangen Terminsprüngen von Juli über September, April, August, Juli und erneut April fand der 7. Außenalster Ultramarathon nun erstmals im März statt, und zwar am Samstag, dem 19.03.2011. Trotz des frühen Termins bzw. vielleicht dank des herrlichen Frühlingswetters konnte Veranstalter René Wallesch diesmal mit 31 Startern die zweithöchste Teilnehmerzahl nach 2007 – damals waren es 42 – begrüßen.

Ansonsten gab es wenig Neues: Start und Ziel befanden sich erneut am Ende der Straße Bellevue nahe der Sierichstraße. Gelaufen wurde wie immer im Uhrzeigersinn. Die Rundenlänge betrug weiterhin 7,4 km, so dass 6 Runden 44,4 km und 7 Runden 51,8 km ergaben, während alle geringeren Rundenzahlen bzw. damit kürzeren Distanzen zwar kein DNF ergaben, aber eben auch keinen statistikzählbaren Ultramarathon.

Neu war allenfalls, dass René Wallesch mangels Helfern die gesamte Organisation allein übernehmen mustte, d. h. die Betreuung des Verpflegungspunktes und auch die Rundenprotokollierung. Dies sollte jedoch in Anbetracht des auseinander gezogenen Feldes und der großen Runde kein Problem sein.

Allerdings stieß später die sich lang hinziehende Ergebnisauswertung und Urkundenerstellung von Hand (hier hätten wenigstens für jeden Voranmelder namentliche Urkunden vorbereitet sein können) auf Kritik einzelner Teilnehmer, die so ziemlich lange in ihren dünnen Laufoutfits herumstanden und warten mussten.

Nach einer Schweigeminute für den am vergangenen Montag, dem 14.03.2011, verstorbenen Schatzmeister des britischen 100MC, auch Ex-Mitglied des deutschen 100MC, Tad Lancucki, ging das Teilnehmerfeld pünktlich um 10 Uhr auf die Strecke.

Wie zu erwarten war, zog es sich sehr schnell sehr weit auseinander, wobei ich es einmal mehr vorzog, ruhig anzufangen und erst einmal einen guten Rhythmus zu finden. Diesmal war dies vor allem deshalb ratsam, weil ich mir nach dem Elisabeth Flickenschildt Marathon am Mittwoch dieser Woche (16.03.2011) einen unschönen Infekt eingefangen hatte und nun bereits den dritten Tag unter antibiotischer Therapie mit Roxithromycin stand.

Mit Christine Schroeder, Peter Wieneke und mir fand sich wieder einmal das bewährte Trio – „Tines Turtle Team“ – zusammen, wobei knapp hinter uns „Gepardenschleiche“ Rita Brämer und „Leuchtturm-Heinzi“ Heinz Behrmann rennwalkten.

Im Gegensatz zum Vortag ging es mir wieder erstaunlich gut, war ich vor allem wieder wesentlich fitter und besser drauf. Gemeinsam fanden wir ein angenehmes, ruhiges, aber nicht zu langsames Lauftempo. Immerhin sollten wir die ersten fünf Runden ja im Schnitt jeweils unter einer Stunde absolvieren, und da konnte ein wenig Zeitpolster nicht schaden.

So beendeten wir drei Runde 1 gemeinsam nach 55.18 min, wobei uns die beiden Walker am Verpflegungsstand überholten, nun also vor uns hereilten und zu „entkommen“ versuchten. Christine und Peter machten indessen keinerlei Anstrengungen, den Abstand konstant zu halten oder wieder zu verkürzen, so dass ich mich dann im Schlussteil der zweiten Runde ein wenig von beiden absetzte und nach 1.51.59 h – 56.41 min für Runde 2 – allein in die dritte Runde lief. Rita und Heinz hatten da etwa 80 sec Vorsprung, Christine und Peter etwa 90 sec Rückstand auf mich.

In Runde 3 schloss ich dann nach rund 1,5 km zu Rita und Heinz auf und blieb nun „bis auf weiteres“ bei den beiden. Einerseits hoffte ich, dass Christine und Peter vielleicht doch noch aufschließen würden, andererseits behagte mir das konstante Tempo der beiden Walker, und schließlich wollte ich wegen des Infekts ja nichts riskieren und nicht überziehen.

Wir unterhielten uns sehr angenehm, und im Nu war nach 2.47.22 h – 55.23 min als Rundenzeit – Runde 3 auch vorbei.

Langsam, aber sicher wurde es nun voll auf der Außenalster-Runde: Die anfänglichen Wolken hatten sich bereits während unserer ersten Runde verzogen und einem herrlich wolkenlosen, blauen Himmel Platz gemacht. Der sowie die von anfänglichen 4 auf nun rund 10 °C angestiegenen Temperaturen und die angenehm wärmende Sonne lockten nun ganze Heerscharen von Läufern und vor allem Spaziergängern herbei. Besonders in den letzten Runden wurde es immer wieder sehr eng, zumal manche Spaziergänger in Gruppen auftraten und diese wiederum in voller Breite „ausschwärmten“ und so natürlich reichlich viel Platz benötigten. Andererseits blieb all dies ruhig, entspannt und aggressionsfrei, wurde also kein wirkliches Problem.

Runde 4 nutzte Rita für einen ausgiebigen Stopp in einem mobilen Toilettenhäuschen vor einer Baustelle – Heinz und ich warteten gefühlte „zehn“ Minuten… Allerdings war danach bei Rita irgendwie der Druck doppelt weg, wurde auch ihr Gehtempo etwas langsamer. Immerhin schafften wir auch diese Runde noch erfreulich zügig, hatten wir nach 3.46.07 h – 58.45 min für Runde 4 – das Ziel und den Verpflegungsstand erreicht.

Während Rita erneut ohne anzuhalten durchwalkte, trank ich wie in den Runden zuvor meine zwei Becher Cola, griff etwas Haribo-Konfekt und beeilte mich, die entstandene Lücke wieder zuzulaufen. Dies gelang mir signifikant leichter als zuvor. Irgendwie fühlte ich mich richtig gut und plötzlich mit dem Tempo der beiden Walker unterfordert. Klar: Auf den letzten beiden Runden – eine siebte würde ich wegen des Zeitlimits eh nicht mehr in der Wertung schaffen – konnte nun nichts mehr schief gehen!

Nach einigen Fotopausen setzte ich mich nun im Bereich Kennedybrücke – also Rundenmitte – langsam, aber sicher von Rita und Heinz ab. Auf der Harvesterhuder Seite lief ich rund einen Kilometer mit einer Läuferin aus Mönchengladbach; der Aufdruck auf ihrer Laufjacke wies sie als Mitglied des „RP Ultramarathon Team“ (RP = Rheinische Post), wobei sie mir erzählte, dass sie bevorzugt die 50 km läuft. Vom Außenalster Ultra hatte sie indessen erst an diesem Tag erfahren, sonst wäre sie mit gestartet…

Diese 5. Runde hatte ich nach 4.40.30 h – 54.23 min als Rundenzeit – fertig. Also nochmals verpflegen und ab in die letzte Runde!

Nach rund einem Kilometer sah ich vor mir einen Mitläufer mit einem blauen Trikot und Startnummer des Lübeck Marathons (wir trugen alle selbst mitgebrachte Startnummern!) gehen. Als ich ihn passierte, lief er gleich wieder an, überholte mich, setzte sich rund 100 Meter ab und ging erneut. Dieses Spiel wiederholte sich noch zweimal. Danach sah ich ihn erst im Ziel wieder, wo er knapp fünf Minuten nach mir eintraf.

Da ich mich nach wie vor sehr gut fühlte, gönnte ich mir eine kleine Temposteigerung auf eine 52.00-min-Rundenzeit, womit ich nach 5.32.30 h für sechs Runden = 44,4 km im Ziel eintraf. Zwischenzeitlich hatte ich noch damit geliebäugelt, auch außerhalb der Wertung noch eine siebte Runde anzuhängen. Doch dann beschloss ich, die Kirche im Dorf zu belassen und es unter Rücksicht auf den Infekt nicht zu übertreiben.

Da allerdings Rita und Heinz ziemlich glatt 17 Minuten und Christine und Peter weitere 4 Minuten später ins Ziel kamen und danach erst die zeitraubende Ergebnisauswertung und Urkundenerstellung begann, hätte ich diese siebte Runde ganz sicher in aller Ruhe noch abbummeln können…

So holte ich stattdessen – noch vor dem Eintreffen meiner Hinterleute – mein Auto zu einem freien Parkplatz direkt neben dem Ziel, zog mir warme, trockene Kleidung an, aß, trank, fotografierte und wartete…

Laut Urkunde belegte ich im Gesamtklassement Platz 22 sowie in der AK M55 Platz 2.

Alles in allem war es wieder einmal eine nette und kurzweilige Veranstaltung bei traumhaft schönem Lauf- und Fotowetter. Mal schauen, in welchem Monat 2012 der 8. Außenalster Ultramarathon stattfinden wird.

PS: Nachdem der „alsterman“ Oliver Scheer auf seiner Homepage bislang stolz darauf verwiesen hatte, dass er als einziger Teilnehmer alle bisherigen Außenalster Ultramarathons mit der vollen 51,8-km-, also 7-Runden-Distanz absolviert habe (meine ebenfalls lückenlosen, erfolgreichen Teilnahmen – 2 x mit 51,8 km, sonst stets mit 44,4 km – ignorierte er dabei geflissentlich als anscheinend zweitklassige Ergebnisse), erwischte ihn bei der verflixten siebten Auflage dieses Events nach eigener Aussage die „akute Laufunlust“, mit der er den Lauf, an dritter oder vierter Stelle liegend, vorzeitig abbrach. Man darf gespannt sein, ob er sich nun vom „alsterman“ wieder zum „roadrunner“ umbenennt…

20.3.11 22:25

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