Persönliche Betroffenheit zum Absturz der polnischen Regierungsmaschine am 10.04.2010

Gut eine Stunde bevor ich am 10.04.2010 beim 100-Meilen-Lauf in Täby (bei Stockholm / SWE) an den Start ging, zerschellte – wie bekannt – die polnische Regierungsmaschine beim Landeanflug auf den russischen Flughafen Smolensk. Alle 96 Menschen an Bord, darunter der polnische Präsident Lech Kaczinski, seine Ehefrau Maria Kaczinska sowie hochrangige Politiker, Militärs und führende Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens Polens, kamen bei dem Absturz ums Leben. Sie alle waren auf dem Weg nach Katyn gewesen, um dort gemeinsam mit russischen Regierungsvertretern an einem Gedenkakt zu Ehren der unter Stalin getöteten 22.000 Polen teilzunehmen.

Natürlich war ich, als ich diese Nachrichten zwei Tage später las, zutiefst geschockt und betroffen und versuchte mir insbesondere auch vorzustellen, wie Basia bei dieser Schreckensnachricht gefühlt hätte.

Als ich am heutigen Sonntag, dem 18.04.2010, die ZDF-Sondersendung zur Beisetzung des polnischen Präsendetenpaares im Wawel in Kraków sah, wurde in dieser Sendung – wenigstens anteilig – auf die weiteren 94 Opfer des Flugzeugabsturzes eingegangen und einige Namen und Fotos dieser Toten gezeigt.

Dabei musste ich voller Bestürzung feststellen, dass ich eines dieser weiteren Opfer selbst kannte: Dr. Andrzej Kremer, zuletzt Vize-Außenminister Polens, war von 2000-2005 Generalkonsul Polens in Hamburg gewesen!

Kennen gelernt hatten Basia und ich Dr. Kremer an einem Donnerstag im September 2004 in seiner Residenz nahe des Stadtparks, als wir dort erstmals zu Gast im polnischen Kulturforum „Podium Polskie“ waren.

Basia befand sich damals mitten in ihrer Chemotherapie. Andererseits lief ihr Pass ab, und sie fürchtete, zur Ausstellung eines neuen Passes nach Wroclaw (Breslau) reisen und ihre Therapie für längere Zeit unterbrechen zu müssen.

Generalkonsul Kremer sorgte damals selbst dafür, dass sich dieses Problem rasch zu Basias Gunsten lösen ließ: Bereits am darauffolgenden Montag konnte Basia erhielt sie vom Generalkonsulat alle notwendigen Antragsformulare, die Dr. Kremer selbst am Freitag derselben Woche ausgefüllt von ihr entgegen nahm. Und in Rekordzeit war dann Basias neuer Pass im Generalkonsulat abholbereit…

Zum letzten Mal trafen Basia und ich Dr. Kremer im  Mai 2005 beim „Podium Polskie“, wenige Monate bevor er nach Warschau zurückkehrte.

18.4.10 22:23

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